Törns 2016-2017

Die Sommer 2016/17 waren geprägt von einigen persönlichen Veränderungen.

Seit Sommer 2016 bin ich nun als selbständiger Skipper unterwegs. Ich arbeite für einige Segelagenturen und führe für diese Kojencharter durch.

Dies bedeutet, dass ich in der Saison ca. 4-6 Wochen am Stück in einer Region unterwegs bin. Danach lege ich eine Pause von mindestens einer Woche ein, um mich zu erholen. Denn trotz der vielen angenehmen Seiten des Segelns in schönen Revieren und zahlreichen neuen Bekanntschaften, darf man nicht vergessen, dass die Verantwortung als Schiffsführer nicht nicht unerheblich ist und mich rund und um die Uhr in Anspruch nimmt.

Dazu kommt, dass ich nach ein paar Wochen auch das Revier wechsele, damit es nicht zu eintönig wird und ich neue Gegenden erkunden kann.

 

So lernte ich zum ersten Mal Sardinien kennen, Die Törns starteten in Cagliari und führten an der Südküste entlang bis zur Insel St. Piedro mit dem malerischen Ort Carlaforte.

Hier an der Südküste findet man das ursprüngliche Sardinien, anders als an der im Hochsommer völlig überlaufenen Costa Smeralda, von den Preisen einmal ganz abgesehen.

Kleine feine Buchten mit türkisfarbenem Wasser wechseln hier mit imposanten, steil ins Meer herabfallenden Felsformationen ab.

Für die Kulinariker unter uns bietet Sardinien eine reichhaltige Auswahl. Die typisch sardische Küche ist, wie auch die korsische, deftig und herzhaft, aber in Kombination mit frischem Gemüse gesund und lecker, zumal ja beim Segeln einige Kalorien verbrannt werden.

In Teulada haben wir das sehr schöne Restaurant "Terradienddas" gefunden, dass zum

Agritourismo gehört. Das Menü war reichhaltig, lecker und das Beste: Es wurde auch ein Shuttleservice zur Marina angeboten.

 

Weitere Törns führten mich nach Kroatien zum Segeln mit Kindern und Familien, den Liparen, inklusive Schwefelschlammbad auf Vulcano und Besteigung des Stromboli und im Oktober noch Süddalmatien mit Ausgangspunkt Dubrovnik.

Auch das nächste Jahr ist bereits fast komplett verplant. Los geht es im März mit Törns in Thailand, gefolgt von einem Meilentoern von Mallorca nach Cagliari. Korfu, Südsardinien und Dalmatien folgen. Besonders gespannt bin ich auf Thailand. Dies wird wieder eine neue Herausforderung, da ich das Revier noch nicht kenne. Ich werde sobald als möglich  hier darüber berichten. Ihr dürft also gespannt sein.

 

 

Segelreise zwischen den Säulen des Herkules

27.12.2015-03.01.2016

Genussvolle Überfahrt nach Marokko

 

Bei diesem Törn stand das Wandern und Eintauchen in die nordafrikanische Kultur Marokkos im Vordergrund. Anschliessend sollte der Jahreswechsel in Gibraltar gefeiert werden.

Seit Jahrtausenden segeln Schiffe durch das Alboran-Meer, den letzten Teil des Mittelmeeres, bevor sie in den Atlantik gelangen. Die Kontinente Afrika und Europa rücken bis auf wenige Seemeilen zusammen. Die Landmarken der Kontinente sind die legendären Säulen des Herakles: links der Jebl Musa, rechts der Affenfelsen, in der Mitte die Durchfahrt der berühmtesten Wasserstraße der Welt hinaus auf den atlantischen Ozean.

Innerhalb weniger Stunden segelt man von Kontinent zu Kontinent. Drei Anrainerstaaten - Spanien, Marokko und die britische Kronkolonie Gibraltar - bieten völlig unterschiedliche kulturelle Impressionen. Der nahe Atlantik erinnert daran, dass selbst das riesige Mittelmeer fast nur ein Binnenmeer ist, denn die Straße von Gibraltar ist ein Tor in den Ozean.

Ganz schön anstrengend, der Job in der Gerberei. Der Skipper beim Schälen des Schaffells

 

 

 

Die bunte Vielfalt der orientalischen Märkte verzaubert, ein Supermarkt auf offener Straße.

Das Leben findet überwiegend draußen statt.

Die Bewohner des berühmten Affenfelsens

 

Nach drei Tagen Tetouan ging es bei westlichen Winden weiter nach Gibraltar, wo wir Sylvester feiern wollten. Und dann passiert am letzten Tag das, was man sich als Skipper eigentlich nicht wünscht, was aber das Segeln gerade so reizvoll macht. In der Bucht von Gibraltar, mitten zwischen den Containerschiffen und riesigen Tankern, springt der Motor nicht an.

Also, umdisponieren, Crew anweisen und unter Segeln in der kleinen Marina anlegen. Zum Glück kam der Wind aus der richtigen Richtung und war auch nicht allzu stark. Mit der tollen Hilfe der Crew, gelang das Manöver perfekt. Danach war erst einmal ein ordentlicher "Anlieger" fällig und abends wurde dann natürlich das neue Jahr gebührend empfangen.

Törn Liparische Inseln

25.09.-03.10.2015

Ein lang gehegter Traum, einmal zu den Liparischen Inseln zu segeln und somit die vulkanisch aktivste Region in Europa kennen zu lernen, erfüllte sich mit diesem Kojenchartertörn.

Wir segelten von St. Vito Lo Capo zunächst nach Vulcano, die südlichste Insel der Liparen. Nach einer langen Fahrt ankerten wir unmittelbar in der Bucht vor Porto di Ponente. Die Ansteuerung in der Nacht war nicht ganz einfach, die Bucht klein und bei einigen Ankerliegern muss man schon wegen der Tiefe recht aufmerksam sein. Ständiger Blick auf den Tiefenmesser ist somit geboten.

Dinghishuttle zum Steg

 

 

Nach Aufstieg zum Vulcano segelten wir am Nachmittag weiter Richtung Stromboli. Bei der Ankunft am späten Nachmittag hieß es erst einmal den künftigen Ankerplatz erkunden, da vor dem Strand des Ortes der Meeresboden innerhalb kurzer Distanz von ca. 10 m sehr schnell auf weit weit über 100 m abfällt. Im Anschluss ging es dann in der Abenddämmerung um die Nordseite der Insel, um das nächtliche Schauspiel der Lavaabgänge zu beobachten.

Am darauf folgenen Tag war ein Aufstieg mit einem Guide auf den Stromboli organisiert. Dieses Erlebnis wollte sich die Crew natürlich nicht entgehen lassen. Leider musste ich an Bord bleiben, da Starkwind aus Ost angesagt war und der Ankerplatz sehr exponiert liegt.

Nach der Rückkehr der Crew, hieß es gegen 23:30 bei zunehmenden Wind aus Ost, Anker auf und Kurs auf Salina. Es wurde eine rauschende Nachtfahrt, bei halben Wind der Stärke 6. Leider ging natürlich dies einher mit gehörigem Schwell, der bis in die Marina hineinlief. Da es bei Dunkelheit und starkem Schwell nicht möglich war vorschriftsmäßig an der Mooring anzulegen, beschlossen wir erst mal längsseits zu gehen und dann bei Tage uns korrekt zu verholen. Den nächsten Tag erholten wir uns von den Strapazen und erkundeten die Insel per Bus und zu Fuß.

Törn Côte d'Azur

19.08.-13.09.2015

Unser 3-wöchiger Sommertörn mit knapp 600 sm, brachte uns von Barcelona durch den rauhen Golf de Lion zunächst nach Frioul, der vorgelagerten Insel vor Marseille. Von dort aus lässt sich per Navette in 15 min prima ein Ausflug in die südfranzösische Metropole unternehmen. Ein Pastis oder besser un petit jaune, wie der Anisaperitif hier genannt wird, war selbstverständlich obligatorisch. Nach einem Stadtbummel mittels Ausflugseisenbahn ins älteste Quartier von Marseille das Panier, kehrt man dann wieder ins ruhige Ambiente von Frioul zurück. Ein weiterer schöner Spot sind die Calanques, hier haben wir uns Port Miou ausgesucht, wo man mit Boje am Bug und Heckleinen am steil aufragenden Felsen festmacht.

 

Die nächsten Stationen waren die Bucht von St. Tropez, Antibes, mit einer sehr schönen provencalischen Markthalle und die Inseln St. Honorat und St. Maguerite, die sich vor Cannes befinden. Sie liegen parallel zueinander in West-Ost-Richtung so daß man zwischen ihnen sehr geschützt vor Anker liegen kann.

Wir segelten weiter bis nach Villefranche, unserem östlichsten Punkt dieser Reise. Für mich einer der schönsten Marinas an der Côte d'Azur. Klein, ruhig und sehr nettes Personal.

Ausserdem ist Nizza mit dem Bus schnell und bequem zu erreichen.

An dem Wochenende fand dann auch zufälligerweise in Nizza das Hafenfest statt. Sehr turbulent, mit Live-Musik und Feuerwerk.

Nach drei Tagen ging es dann zurück Richtung Rhône-Delta, wo die Mataris ausgewassert und überwintern sollte. Leider bescherte uns noch eine defekte Einspritzpumpe den Einsatz der französischen Seenothilfe, die uns von St. Honorat nach La Napoule abschleppen musste. Der weitere Törnverlauf nach Port St. Louis verlief dann aber ohne weitere Komplikationen, so dass wir pünktlich zum Kranen bei Navy Service ankamen.

Törn Rund Menorca

01.08-08.08.2015

Gemütliches Schmetterlingssegeln um Menorca

Mein erster Kojenchartertörn für sailorama, einer Reiseagentur aus Österreich. Von Colonia de Sant Pere, im Norden Mallorcas ging es die ca. 38 sm rüber an die Südküste Menorcas. Von dort wurde die Insel entgegen dem Uhrzeigersinn vom Wasser aus erkundet. Zahlreiche Buchten, mit zum Teil türkisfarbenem Wasser luden uns immer wieder zu Badestopps ein. Wie vielen bekannt sein dürfte ist es im Juli/August nicht gerade sehr windreich, so daß wir doch häufig die "Unterwassergenua" zu Hilfe nehmen mussten.

Die Crew, bestehend aus Silvia, Carina, Eva, Agota und Carina II, war jedoch trotzdem begeistert und packte überall wo helfende Hände gebracht wurden, fleissig mit an.

Für mich ebenfalls sehr spannend, da ich doch Menorca auch noch nicht kannte.

Was gab es 2014?

2014 war ein eher etwas ruhiges Jahr was das Segeln anbelangt. Zwar verbrachte ich zahlreiche Wochenenden auf der Mistral an der Ostsee, aber neben einigen Kurztörns nach Hiddensee und auf dem Greifswalder Bodden, gibt es nicht viel zu berichten.

Trotzdem ein paar Impressionen von der Ostsee, die sich nach meinen bisherigen Reisen im Mittelmeer und in der Karibik, doch als sehr schönes Segelrevier entpuppt hat. Die anfängliche Skepsis ist dann doch der Begeisterung  gewichen.

Aber schaut selbst.

Tagestoern mit Badespass

20.07.2013

Aufbruch zu einem Tagestoern mit Freunden aus Barcelona. Um 10:00 ging es los. Nach einer wenig spannenden Motorfahrt am Vormittag, liessen wir in einer schoenen Bucht suedlich von Sitges den Anker fallen. Nachdem auch die Badeleiter zu Wasser gelassen wurde, erfrischten sich alle erst mal mit einem kuehlen Bad.

Nach einer Staerkung mit original bayrischen Weisswuersten ging es unter Segel bei 4 bf Wind zurueck in die Marina Port Ginesta.

Segeln mit behinderten Kindern

Heute am 29.06.2013 wurde von der Marina ein Flotillentoern mit behinderten Kindern veranstaltet. Es war schoen mit anzusehen, wieviel Spass die Kinder hatten. Leider mussten wir den Toern nach eineinhalb Stunden abbrechen, da eine Mutter und Ihre beiden Kinder seekrank wurden. Trotzdem hat es allen sehr gut gefallen.

Nach dem Toern gab es dann noch ein kleines Buffet, das vom Veranstalter organsiert wurde.

Vielen Dank an Richard und Helmut, die mich beim Toern als Mannschaft unterstuetzten.

Toern Kroatien 15.06.-22.06.2013

 

Da ich zwei Tage frueher aus Barcelona angereist bin, habe ich die Zeit genutzt und mir Dubrovnik angesehen. Eine sehr schoene restaurierte Altstadt. Schade nur, dass an diesem Tag gerade zwei Kreuzfahrtschiffe angelegt haben. Dadurch war die Stadt etwas overcrowded.

Von der ACI-Marina ging es am Abend noch los, in Richtung Kolocep. Dort an der Nord-Westseite setzten wir den Anker und verbrachten nach einem Ankerschluck und Abendessen unsere erste Nacht an Bord.

Am naechsten Morgen setzten wir unseren Toern fort in Richtung der Insel Mlet, in die Bucht bei Prozura. Dort gab es neben Internet auch ein sehr lecker zubereitetes Wildschwein.

Da kein Wind angesagt war, beschlossen wir nach Dubrovnik zum Tauchen zurueckzukehren und bis Dienstag auf besseren Wind zu warten. Dieses wurde uns durch ein vorzuegliches Abendessen im bekannten Fischrestaurant "Orsan" versuesst. Wir bestellten eine gemischte Vorspeise fuer alle, so dass dann jeder auf seine Kosten kam. Als Hauptspeise gab es gegrillten Fisch fuer alle. Alles in allem ein schoener Abend. Wir sassen auf dem Steg direkt am Wasser. Wenn jemand ein Faible fuer herrlich zubereiteten Fisch hat, dann ist das "Orsan" ein must.

Am Dienstag zurueck nach Mlet, wo nun auch endich Wind auf uns wartete. 14kn aus 60`, das mochte auch die "ZAN". Mit 9 kn Fahrt ging es schnell voran.

Sonnenuntergang in der Bucht von Pomena
Sonnenuntergang in der Bucht von Pomena

Den naechsten Abend verbrachten wir in Pomena, am noerdlichsten Zipfel von Mlet. Lukas stand heute in der Kombuese und zauberte uns ein herrliche Huehnchenfilets in Zitronenbutter sautiert mit Kartoffelwuerfeln. Leider war meine Suche nach Rosmarin nicht sehr erfolgreich. Aber dafuer kann der Koch ja nichts.

Den letzten Abend verbrachten wir wieder in der ersten Bucht auf der Insel Kolocep, wo uns ebenfalls ein sehr gutes Restaurant erwartete. Die "Villa Rucca" liegt etwas ueber dem Meer auf Klippen und von der Terrasse hat man einen herrlichen Blick auf die untergehende Sonne.

Die Crew
Die Crew

Leider geht jede schoene Zeit einmal zu Ende. Ich bedanke mich ganz herzlich bei Raimund, Fabian und Lukas, dass ich sie auf diesem Toern als Skipper begleiten durfte. Ihr wart eine tolle Crew und ich hoffe, dass wir uns mal wiedersehen.

Helmut

 

Fair winds and following seas.